Mit multifunktionalen Inspektionssystemen zu mehr Lebensmittelsicherheit

In Sachen Lebensmittelsicherheit ist Deutschland führend. Seit Jahren leisten die Hersteller eine verlässliche Qualitätssicherung nach internationalen Standards.

Lebensmittelprüfung auf Fremdstoffe

Wenn Experten davon sprechen, dass bis zu zehn Prozent der Fresh-Food-Verpackungen nicht allen Qualitätsansprüchen genügen, so sind damit in der Regel kosmetische oder funktionale Fehler gemeint. Dies sind beispielsweise ein geknicktes Etikett, eine wellige Verpackungsfolie oder eine defekte Peel-Lasche.

Ärgerlich für den Händler: Der Inhalt ist so frisch wie bei den makellos verpackten Produkten, trotzdem bleiben die Packungen in der Kühltruhe liegen. Ein typischer Fall, in dem moderne röntgen- und kameragestützte Prüfsysteme ihre Vorteile ausspielen.

 

Etiketten auf dem Prüfstand: Das kameragestützte Bizerba-Vision-System

Bizerba verfügt über jahrelange Erfahrung mit Inspektionssystemen und bietet neben klassischen Metalldetektoren auch Röntgenscanner und Kamerasysteme an. Das Bizerba-Vision-System (BVS) ist ein kameragestütztes Prüfsystem für Lebensmittelproduzenten, das erlaubt

  • automatische Siegelnahtkontrollen durchzuführen,
  • undichte Verpackungsstellen und Verschmutzungen zu erkennen,
  • die Richtigkeit von Etikettenposition, Barcodes und Mindesthaltbarkeitsdatum zu untersuchen
  • und mittels automatischer Texterkennung zu überprüfen, ob die Hinweistexte auf allen Etiketten korrekt sind.

Vor allem das Erkennen fehlerhafter Hinweistexte ist für Hersteller von essentieller Bedeutung. Viele Produkte unterscheiden sich nur in einem winzigen Merkmal voneinander, etwa der Art der Marinade. Kommt es bei der Produktion zu Verwechslungen, kann dies ernsthafte Folgen zum Beispiel für Allergiker haben. Falsch ausgezeichnete Produkte werden über das BVS sofort erkannt und mittels druckluftbetriebener Pusher aus dem Produktionsprozess aussortiert.

 

Röntgenscanner für den vollen Durchblick: Partikel aus Glas, PVC und Stein zuverlässig erkennen

Metalldetektoren sind ein klassischer und unverzichtbarer Bestandteil der Qualitätssicherung. Jeden Tag aufs Neue kommt es darauf an, den GAU zu verhindern: eine Verletzung des Endverbrauchers durch Fremdkörper im Lebensmittel. Allerdings stößt die Leistungsfähigkeit herkömmlicher Detektoren schnell an Grenzen – etwa wenn es gilt, Metallpartikel in Aluminiumdosen oder auch Fremdkörper aus nicht-metallischen Materialien zu finden. Der Bizerba Röntgenscanner XRE ermöglicht es Herstellern, auch PVC, Holz und Glas in Produkten zu detektieren.

 

Das Prinzip des Systems ist relativ einfach: Eine Röntgenröhre wird unter dem Förderband montiert. Die Strahlen treffen auf das Produkt und werden von einzelnen Bestandteilen unterschiedlich stark absorbiert. Oberhalb des Transportbands befindet sich eine hochauflösende Detektionseinheit, die die durchgelassene Strahlung in ein elektrisches Signal umwandelt. Mit Hilfe einer Visualisierungssoftware entsteht daraus schließlich ein digitales Röntgenbild. Zulässige Metallkörper – etwa Alu-Clips an Wurstenden – lassen sich dabei ausblenden.

 

Anders als bei herkömmlichen Metalldetektoren ist es mit dem Röntgenscanner XRE also auch möglich, Partikel aus Glas, Keramik und Stein zu erkennen. Zudem lassen sich alle Teile identifizieren, die aufgrund ihrer Dichte, chemischen Zusammensetzung oder mechanischen Abmessung die Röntgenstrahlung anders absorbieren, als das umliegende Produkt.

 

Das Gerät erreicht eine Leistung von bis zu 600 Packungen pro Minute, detektiert dabei Risse und Lufteinschlüsse und führt sogar eine Vollständigkeitsprüfung durch. So wird schnell erkannt, ob zum Beispiel die Joghurtbecher in einem Kartontray vollständig sind.

Hygiene-Richtlinien: BRC, IFS, EHEDG und HACCP

Hygiene spielt eine entscheidende Rolle

Bizerba lässt sich bei der Konzeption neuer Anlagen von Richtlinien des Hygienic Designs leiten. Damit sind Lebensmittelhersteller im Hinblick auf sämtliche internationale Zertifizierungen gerüstet, die für eine dauerhafte Listung im Handel immer unentbehrlicher werden – etwa der International Food Standard (IFS) oder die Richtlinien des British Retail Consortium (BRC).

Wir orientieren uns zudem an den Leitlinien der Stiftung »European Hygienic Engineering and Design Group« (EHEDG), ein Zusammenschluss von Fachleuten aus der Maschinenbau- und Lebensmittelindustrie, Forschungsinstituten und Gesundheitsbehörden mit Sitz in Frankfurt am Main. Das unabhängige Konsortium erarbeitet Grundsätze für die hygienegerechte Gestaltung von Apparaten und Bauteilen zur Nahrungsmittelproduktion.

Die Bizerba-Anlagen entsprechen gleichzeitig den Richtlinien des Systems „Hazard-Analysis-and-Critical-Control-Points“ (HACCP), das ebenfalls die Sicherheit von Verbrauchern und Lebensmitteln garantiert. Das Hygienepaket der EU von 2006 verordnet, dass in der Union nur noch Nahrungsmittel gehandelt werden dürfen, die diese HACCP-Richtlinien erfüllen. Herstellende Unternehmen sind dazu aufgefordert, sämtliche Gefahren für die Sicherheit von Lebensmitteln zu analysieren und kritische Kontrollpunkte kontinuierlich zu überwachen. Optische Inspektionssysteme helfen dabei, präzise Aufzeichnungen zu erstellen, die bei der Verifizierung unterstützen.