Volle Fahrt voraus – Bizerba Busch AG und Fachhochschule Graubünden stellen Weichen für datenbasierte Dienstleistungen der Zukunft

Trimmis, 20.09.2019 | Welchen Nutzen und welche Dienstleistungen erwarten Anwender moderner Produktionsanlagen? Dieser Frage ging die Fachhochschule Graubünden (ehemals HTW Chur) gemeinsam mit der Bizerba Busch AG im von Innosuisse finanzierten Forschungsprojekt «Datenbasierte Dienstleistungen erfolgreich umsetzen» auf den Grund. In Zusammenarbeit mit Vertretern führender Industrieunternehmen identifizierten sie Bedürfnisse und Herausforderungen, auf deren Basis sich Dienstleistungen entwickeln lassen, die Unternehmen in der Ausübung ihres Alltagsgeschäfts unterstützen.

Datenbasierte Dienstleistungen wie Predictive Maintenance, Prognosen oder die Zustandsüberwachung beruhen auf einer Verzahnung digitaler Technologien, welche den Dienstleistungsprozess individuell und interaktiv unterstützen und so Mehrwerte für den Kunden generieren. Die Wichtigkeit der Dienstleistungen ist unumstritten – die Umsetzung stellt jedoch Anbieter und Anwender gleichermassen vor Herausforderungen. So mangelt es an Methoden und Vorgehensweisen, welche die Industrieunternehmen bei der Gestaltung und Umsetzung datenbasierter Dienstleistungen und unter Berücksichtigung des soziotechnischen Gesamtsystems unterstützen.

 

Gemeinsam Chancen erkennen

Ziel des gesamten Innosuisse Projekts ist die Entwicklung eines Methodensets, das Industrieunternehmen dabei unterstützt, datenbasierte Dienstleistungen erfolgreich umzusetzen. Der Fokus liegt dabei auf der integralen Berücksichtigung des Zusammenwirkens von Mensch, Technik und Organisation (MTO), also der soziotechnischen Systemoptimierung, dem Einfluss der Digitalisierung auf Organisationsstrukturen sowie der eingehenden Sicherstellung einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung.

 

Ein zentrales Element bei der Entwicklung datenbasierter Dienstleistungen ist die frühzeitige Berücksichtigung der Herausforderungen und Wünsche der Kunden. Um dies zu berücksichtigen, kamen Vertreter der Fachhochschule Graubünden, der Bizerba Busch AG und weiterer führender Industrieunternehmen am zweiten September im Service Innovation Lab der Fachhochschule Graubünden in Chur zu einem „Sprint“ zusammen. Ein Sprint berücksichtigt die agile Entwicklungsphilosophie. In Sprints beschäftigten sich die Teilnehmer in Gruppen mit der Gestaltung der Dienstleistung, der Formulierung des Kundennutzens oder dem Design des Dashboards, um sich anschliessend im Plenum auszutauschen und die nächsten Schritte zu definieren.

Alle Teilnehmer konnten sich aktiv am Entwicklungsprozess einer neuen datenbasierten Dienstleistung beteiligen und hatten die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten aus der Industrie auszutauschen. Darüber hinaus präsentierte Prof. Dr. Patricia Deflorin, Institutsleitungsmitglied und Forschungsleiterin der Hochschule Graubünden, den aktuellen Stand eines in Gemeinschaftsarbeit der Hochschule und der Bizerba Busch AG entstandenen digitalen Servicekonzepts, dessen Entwicklung die Teilnehmer vor Ort aktiv mitgestalten und beeinflussen konnten. Auf diese Weise wurden zudem Methoden der Dienstleistungsentwicklung aufgezeigt, die Unternehmen während der Entwicklung eigener Konzepte zugutekommen. «Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen unseres gemeinsamen Forschungsprojekts», so Prof. Dr. Patricia Deflorin, Fachhochschule Graubünden. «Die Zusammenarbeit mit der Bizerba Busch AG und den teilnehmenden Wirtschaftspartnern war hervorragend. Es hat sich bewährt, Kunden bereits in einem frühen Stadium in den Prozess mit einzubinden». «Die Qualität der Veranstaltung spiegelte die hohe Qualität der Dienstleistungen und Lösungen wider, die wir von der Bizerba Busch AG kennen und an ihr schätzen. Doch es war nicht nur eine interessante und qualitativ hochwertige Veranstaltung. Die Zusammenarbeit mit Bizerba Busch und der Fachhochschule Graubünden hat auch viel Spass gemacht», ergänzt Gino Barille, Leiter IT, Prozesse, Gebäude und Unterhalt der natürli zürioberland ag.

BU: Von Landquart nach St. Moritz und zurück – Im Innotren der Rhätischen Bahn wurden die erarbeiteten Dienstleistungskonzepte präsentiert und rege diskutiert.

Aufs richtige Gleis gebracht

Die Ergebnisse der Sprints wurden am zwölften September im InnoTren der UNESCO Eisenbahn Graubündens präsentiert. Während der Fahrt durch die Bündner Bergwelt wurden die Teilnehmer von Vertretern der Fachhochschule Graubünden und Bizerba Busch in die Forschungsarbeit involviert und konnten sich vom innovativen Ansatz des Dienstleistungsprototypen überzeugen. «Es war für alle Beteiligten eine intensive aber auch überaus produktive Zeit. Zusammen mit der Fachhochschule Graubünden sind wir ein tolles Team, in dem wir gegenseitig von viel Inspiration und wertvollem Feedback profitierten», so Dieter Conzelmann, CEO der Bizerba Busch AG.

Im nächsten Schritt wird der Dienstleistungsprototyp mit weiteren Kunden evaluiert und konkretisiert sowie die Umsetzung unter Berücksichtigung des soziotechnischen Systems durchgeführt. Die aus den Aktivitäten gewonnenen Erkenntnisse der am Forschungsprojekt beteiligten Wirtschaftspartner werden evaluiert und in ein übergeordnetes Methodenset überführt. Das Methodenset wird weitere Schweizer Industrieunternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung datenbasierter Dienstleistungen unterstützen.